Historie

Die Entstehung des Hundezentrums Hundeblick Dessau

Ich wusste noch nicht wie, ich wusste noch nicht als was, eigentlich wusste ich nichts, nur eins war klar: Ich will mich selbstständig machen.
Meine Ausbildung zur Tierwirtin Schwerpunkt Rinderhaltung hatte so wenig mit Tierliebe zu tun wie die Nacht mit dem Tag. Beides zusammen wird man nicht erleben. Nachdem ich also mein anschließendes Landwirtschaftsstudium beendet hatte, suchte ich mir Arbeit. Nirgends war ich glücklich und so wollte ich nicht alt werden. Jeden Tag genervt zur Arbeit und die Tage zählen bis zum Wochenende? Nein Danke! Nichts für mich.

Also begab ich mich auf die Suche. Ich wollte Menschen und Tiere glücklich machen. Ich begann nebenbei mit einem Gassi Service. Habe Hunde, Katzen und Pferde betreut. Schnell habe ich gemerkt das die Arbeit zwar viel mehr Spaß macht, aber man ziemlich schlecht den Kühlschrank damit voll bekommt. Dann las ich von sogenannten Hundetagesbetreuungen. Ähnlich wie KiTas, nur eben für Hunde. Das ist es, dachte ich mir und begab mich auf die Suche nach einem passenden Grundstück. Das war ein sehr schwieriges Unterfangen hier in Dessau - Puh. Egal was ich fand, die Stadt erteilte mir nie die Genehmigung für meine Idee. Ein Jahr später, ich war nah am Aufgeben, traf ich auf Silvia Nitschke. Sie hatte eine Hundetagesbetreuung in der Kühnauer Straße 175.

Wir führten lange Gespräche und ich machte ein Praktikum bei ihr. An der Stelle muss ich wirklich sagen, hatte ich unverschämtes Glück denn Silvia wollte verkaufen! Das war Sie, meine Chance. Genehmigungen waren ja bereits vorhanden und Kunden gab es auch schon einige. Ich schlug zu.

Das Gelände ist 5.000qm groß und war damals mehr oder weniger provisorisch eingezäunt. Es hatte, wie mein Vati so schön sagte, einen gewissen Losbudencharackter. Das erste Jahr nutze ich um mich rein zu finden, Lehrgänge zu besuchen und um Zäune zu reparieren und das Grundstück in Schach zu halten. Der Kühlschrank zu Hause wurde voller, aber darüber hinaus konnte ich mir nichts Leisten. Ich hatte keine Möglichkeit in mein Geschäft zu investieren. In den Sommermonaten fragten mich öfter Kunden ob ich Ihren Hund nicht über Nacht betreuen könne, da Sie in den Urlaub wollten. Das tat ich natürlich gern und nahm, zum Leidwesen meines Mannes, Alle mit nach Hause: "So geht das nicht weiter" sagte er irgendwann zu mir und er hatte Recht.

Ich stand also wieder vor einer Entscheidung - mache ich weiter, nur mit der Tagesbetreuung oder mache ich es ganz groß. Hundehotel, Training, Tagesbetreuung. Das wärs! Nach einer großen Familienratssitzung stimmten alle einstimmig für meine Idee. Ich war glücklich. So suchte ich mit Hilfe bei dem Integra Institut. Frau Penno erstellte mit mir einen wasserdichten Businessplan. Viele Hausaufgaben waren hierfür nötig. Zeitgleich kauften meine Eltern das Grundstück und wir bauten neue Zäune. Ich führte erste Gespräche mit einem Architekten und stellte eine Bauvoranfrage beim Bauamt. Wir waren alle hoch motiviert. Ganz so einfach lief es aber leider nicht. In der ganzen Planungsphase gab es gefühlte 1.000 Steine aus dem Weg zu räumen. Aber wir haben es geschafft. Ich habe immer gesagt: "Wenn dir jemand einen Stein in den Weg legt, steig drauf und genieß die Aussicht".

Im Juli 2015 war Baubeginn. Mein Hundehotel konnte endlich entstehen. Was für ein Gefühl. Fast 1 Jahr lang habe ich mehr oder weniger für 2 geschuftet. Das war mit Abstand die größte Erfahrung, die ich bis jetzt in meinem Leben gemacht habe. Ich durfte vom ersten Spatenstich bis zur Fertigstellung nicht nur dabei sein. Ich habe überall mitgewirkt und Entscheidungen getroffen. Ich habe mein eigenes Haus gebaut! Genial.

Im April 2016 war dann große Eröffnung. Man war ich aufgeregt. Ich hoffte das viele Leute kommen würden, um sich anzuschauen was wir da zustande gebracht haben. Ich muss aber ehrlich sagen, meine Erwartungen wurden noch übertroffen. Ich war zu Tränen gerührt über die vielen, vielen Glückwünsche und Geschenke von Kunden, Familie und Freunden. Ich habe meinen Traum Wirklichkeit werden lassen und ich bin überzeugt davon, dass man das auch in meiner täglichen Arbeit rund um den Hund merkt. Ich wünsche jedem den Mut und den Ehrgeiz seine Träume zu Leben. Es lohnt sich.